Carl Benz | Geschichte und Geburtsstunde des Automobils

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Carl Benz und die Geburt des Automobils

Was braucht es, um eine Idee Wirklichkeit werden zu lassen, an die kaum jemand glaubt? Carl Benz verfolgte den Traum vom „pferdelosen Wagen“ mit technischem Pioniergeist und außergewöhnlicher Beharrlichkeit. Wie aus seiner Vision das erste Automobil entstand und warum Benz als Vater des Automobils gilt, zeigt sein bewegender Weg vom Ingenieur zum Erfinder.

    Carl Benz - wie er 1890 durch Mannheim fährt, am Steuer seines Patent Motorwagens in Form einer Weiterentwicklung des ursprünglichen Modells Nummer 1
    Karl Benz - das Bild zeigt Carl Benz (auch Karl Benz) als Portrait-Aufnahme, das Foto entstand um das Jahr 1889

Carl Benz – einer der größten Erfinder und Visionäre aller Zeiten

Carl Benz gilt als einer der größten Erfinder und Visionäre aller Zeiten. Er wird am 25. November 1844 als Sohn eines Lokomotivführers in Karlsruhe geboren. Schon früh gilt sein Interesse der Technik und den Naturwissenschaften. Dies bewegt Benz nach der Schule dazu, am Polytechnikum in Karlsruhe zu studieren und eine berufliche Laufbahn als Ingenieur einzuschlagen. Schon während des Studiums träumt Carl davon, eines Tages einen „pferdelosen Wagen“ zu bauen – ein damals noch vollkommen utopischer Gedanke.

Was hat Carl Benz erfunden?

Carl Benz war der Erfinder des Automobils und einer der Gründerväter der heutigen Daimler AG, der ältesten Automobilfabrik der Welt. Aber nicht nur das, viele Erfindungen von Carl Benz ebnen dem Automobil überhaupt erst den Weg. Dazu gehören beispielsweise die Achsschenkellenkung, die Gangschaltung und der Oberflächenvergaser sowie der Zweitakt- und Viertaktmotor. Es sind all jene bahnbrechenden Erfindungen, ohne die das Automobil niemals Laufen gelernt hätte.

    Carl Benz 1926 - dieses Foto zeigt den 81-jährigen Erfinder des Automobils mit Verbrennungsmotor und Gründer der heutigen Daimler AG, sitzend in einem seiner frühen Fahrzeuge, anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Erfindung des Automobils

Der Benz Patent-Motorwagen – der Traum vom „pferdelosen Wagen“

Um seinen Traum vom „pferdelosen Wagen“ zu verwirklichen, beginnt Benz ein paar Jahre nach dem Studium und erster Berufstätigkeit mit dem Bau eines Motorwagens. Im Gegensatz zu Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, die Motoren vielseitig einsetzten, setzt Benz vor allem auf die Einheit Kraftwagen.

Im Januar 1886 ist es soweit, Carl Benz erhält das Patent auf den ersten fahrtüchtigen Benz Motorwagen – es ist die Geburtsstunde des Automobils! Der Wagen ist ein etwas seltsames Gefährt, das hauptsächlich aus Fahrradteilen besteht. Es hat nur drei Räder aus Holz mit Gummibelag, ein kleines Lenkrad und einen Motor, der hinter dem breiten Fahrradsitz montiert ist.

Trotz Patent bleibt der lang ersehnte Erfolg für den Benz Patent-Motorwagen zunächst aus. Im Gegenteil, Benz erntet bei der ersten Probefahrt nur Spott und Hohn. Erst die legendäre Bertha Benz Fernfahrt bringt den durchschlagenden Triumph. Als die jahrelange harte Arbeit ihres Mannes nicht den erhofften Anklang findet, handelt Bertha Benz: Zusammen mit den beiden Söhnen fährt sie an einem Sommertag im August 1988 mit dem Benz-Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim und wieder zurück. Damit stellt sie der ganzen Welt die Tauglichkeit und Funktionsfähigkeit des Benz Patent-Motorwagen unter Beweis.

Carl Benz auf dem Weg zur Serienproduktion

Noch im selben Jahr wird der Benz Patent-Wagen auf der Gewerbe- und Industrieausstellung in München und ein Jahr später auch auf der Pariser Weltausstellung gefeiert. Das Zeitalter der Automobile war angebrochen.

Die europäische High Society entdeckt die neuartigen Fahrzeuge und feiert die ersten Automobilrennen als gesellschaftliche Großereignisse. Das bedeutet für Benz den entscheidenden Weg in die Serienproduktion. 1893 verkauft er bereits 69 Fahrzeuge, wovon 54 ins Ausland gehen. Weitere fünf Jahre später ist Carl Benz auf dem besten Wege, mit dem Unternehmen Benz & Cie. der größte Automobilhersteller der Welt zu werden – inzwischen verkauft die Firma Benz bis zu 750 Autos pro Jahr. Doch die Konkurrenz schläft nicht - in Cannstatt bei Stuttgart bringt Gottlieb Daimler den ersten Mercedes auf den Markt. Die Welt ist begeistert und Benz muss um seine Vormachtstellung kämpfen.

    Der erste Omnibus mit Verbrennungsmotor von Benz & Cie im Einsatz auf der Strecke Siegen, Netphen und Deuz

Zwei Erfinder setzten dieselbe Idee in die Tat um

Es ist eine verrückte Geschichte – zwei begnadete Erfinder setzten fast zur selben Zeit ihre Idee in die Tat um. Der eine in Ladenburg bei Mannheim, der andere in Bad Cannstatt bei Stuttgart. Beide führen ihre Fabriken 40 Jahre lang mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, als die beiden Unternehmen angesichts der heraufziehenden Wirtschaftskrise den Zusammenschluss beschließen. 1926 kommt es zur Vereinigung der beiden Firmen Benz & Cie. und der Daimler-Motoren-Gesellschaft.

Interessanter historischer Fakt: Trotz der Zusammenführung der beiden Unternehmen sind Carl Benz und Gottlieb Daimler einander nie begegnet. Gottlieb Daimler stirbt bereits 1900, während Carl Benz den Aufschwung der Motorisierung und den Durchbruch seiner Idee noch selbst miterlebt.